Keine unberechtigte Foto-Veröffentlichung auf Erotik-Webseiten

04.08.2010, 18:11 Uhr

Veröffentlichung auf Erotik-Internetseiten ist nicht unberechtigt

Das Landgericht Berlin hat in seiner Entscheidung (LG Berlin, Urt. v. 22.10.2009 – Az.: 27 O 630/09) festgestellt, dass keine unberechtigte Veröffentlichung von Fotografien vorliegt, wenn jemand die jahrelange Nutzung von Fotos, auf denen er abgebildet ist, auch für Erotik-Webseiten duldete.

Der Kläger ließ vom beklagten Fotografen Bilder von sich anfertigen und unterschrieb dabei eine umfassende Einwilligungserklärung, wonach der Beklagte die Fotos für verschiedenste Zwecke verwenden durfte. Unter anderem wurden die Fotos auch auf erotischen Internetseiten publiziert. Der Kläger forderte Unterlassung.

Das LG Berlin wies die Klage ab und begründete seine Entscheidung damit, dass den Fotografen keine Pflicht zur Unterlassung treffe. Die Veröffentlichung der Fotos verletzen weder das Recht am eigenen Bild noch das Allgemeine Persönlichkeitsrecht des Klägers.

Die Verbreitung von Bildern setzt die Einwilligung des Abgebildeten voraus. Davon ist hier auszugehen. Der Fotograf durfte hier zumindest von einer konkludenten Einwilligung ausgehen, auch wenn keine ausdrückliche Einwilligung vorlag. Der Bereich „Erotik“ ist zwar nicht gesondert in der Einwilligungserklärung erfasst worden, jedoch ist diese Erklärung so umfassend formuliert, dass der Kläger nicht davon ausgehen konnte, dass die Fotos nur für private Zwecke hergestellt worden sind. Darüberhinaus spricht auch die Duldung der Veröffentlichung über Jahre hinaus dafür, dass der beklagte Fotograf von einer Zustimmung ausgehen durfte.

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